Walfer Bicherdeeg

13000 Besucher, schätzungsweise, haben die “Walfer Bicherdeeg” besucht. Ein grosses Publikum! In mehreren Hallen wurden tausende Bücher ausgestellt. Neuerscheinungen wurden von den grossen Verlagshäusern präsentiert, Autoren gefördert. Zwei Dinge haben mich irritiert:

1. Warum schiessen unbekannte Autoren wie Pilze aus dem Boden und werden so unwahrscheinlich viel von Verlagshäusern unterstützt, andere überhaupt nicht?

Ich habe in den beiden letzten Jahren gelernt, was es kostet ein Buch zu veröffentlichen. Ich verstehe dass Verlagshäuser nicht jeden kleinen Autor unter Vertrag nehmen können. Aber mir geht es einfach nicht in den Kopf warum Verlagshäuser tausende Bücher drucken, um sie in allen Buchhandlungen Luxemburg massenweise auszustellen, und schon beim Druck wissen dass sie auf sehr vielen Exemplaren sitzen bleiben werden. Warum werden nicht einige Exemplare weniger gedruckt und im Gegenzug ein paar Autoren mehr unter Vertrag genommen?

2. Wie machen die anderen Selbstverleger es?

Nicht weit von meinem Stand hatte eine junge französische Autorin mindestens 15 verschiedene Titel ausgestellt. Im Eigenverlag. Während den 2 Tagen hat sie kein einziges Buch verkauft. Ihre Laune schien dadurch nicht schlechter zu werden. Sie flanierte von Stand zu Stand und hielt mit den Austellern ein Schwätzchen. Bei 15 Büchern muss sie eine ungeheuere Summe in Lektorat, Korrektorat, Layout und Druck gesteckt haben. Ich hätte sie ja nach ihrer Strategie fragen können. Da sie mir aber sehr kontaktfreudig rüberkam, ich ja aber bekanntlicherweise ein scheuer Mensch bin habe ich mich nicht getraut. Schade!

Für mich waren die beiden Tage keineswegs erfolgslos. Ich habe neue Kontakte geknüpft und auch ein paar Bücher verkauft. Nächstes Jahr werde ich sicherlich wieder dabei sein. Aber sicher wieder mit “nur” 4 Büchern. Nächste Projekte schwirren mir zwar schon im Kopf herum, erste Zeilen habe ich schon zu Papier gebracht, ich werde mich jedoch dieses Mal in Geduld üben. Denn wie sagte schon der Bauer: “Mit Geduld wird aus Gras Milch”

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